#1000Fragenanmichselbst Teil 8 und 9

Vorletztes Wochenende war ich in Hamburg. Der Plan war so gut. Ich wollte Freitag zunächst zu einem Termin, dann abends mit einer Freundin im Portugiesenviertel etwas essen und bei einem Glas Wein in Ruhe quatschen. Ich wollte ausschlafen, frühstücken und mit einer anderen Freundin über die Osterstraße bummeln, Kaffee trinken und eine tolle Zeit haben. Einen Tag vor der Abreise sagten dann beide Freundinnen ab. Das war schade, aber in beiden Fällen absolut nachvollziehbar. Also saß ich nach meinem Termin in Hamburg, alleine und ohne Plan. Während ich es zu Hause sehr genieße, einmal alleine zu sein, ist es für mich in fremden Städten (und Hamburg ist für mich noch nicht einmal eine wirklich fremde Stadt) immer etwas komisch. Alleine Essen gehen oder durch die Stadt laufen…ein Gedanke, mit dem ich mich noch nie wirklich angefreundet habe. Nun war es aber so. Ich saß alleine in Hamburg. Ich hatte die Wahl, mich ins Hotelzimmer zu verkrümmeln und erst um 12h des nächsten Tages auszuchecken oder über meinen Schatten zu springen und tat zum Glück das zweite. Freitag Abend war ich noch zum Sonnenuntergang am Hafen und Samstag machte ich genau dort weiter. Ich hatte mir Museen rausgesucht, kam aber gar nicht dazu, weil ich von den Landungsbrücken bis zum Museumshafen Övelgönne und dann am Elbstrand entlang lief. Ich hatte bewußt keine Musik auf den Ohren, lauschte dem Plätschern der Elbe und dem Knarren der Werft. Abschnittsweise hatte ich den Hafen ganz für mich alleine. Ich steig auf dieses schräge Dockland-Gebäude, hatte zwischendurch wirklich Bammel, weil mir Höhe mittlerweile etwas zu schaffen macht, und ging trotzdem bis ganz nach oben. Ich wärmte mich in einem Café, las ein Buch und war erstaunt, wie schnell die Zeit verging. Es war eine tolle Zeit. Eine Zeit nach der ich nun sogar ganz bewußt, alleine für ein Wochenende in eine fremde Stadt fahren würde.

Reist ihr alleine oder macht ihr euch auch so komische Gedanken, wie ich es bisher getan habe?

Und da ich in Hamburg auch zu beschftigt gewesen bin, um einen Teil der 1000 Fragen zu beantworten, kommen nun die Teile 8 und 9:

141: In welche Länder möchtest du noch reisen? Canada steht schon lange auf einer Liste, weil ich dort gerne den Indian Summer erleben möchte.

142: Welche übernatürliche Kraft hättest du gerne? Ich würde mich gern beamen können.

143: Wann wärst du am liebsten im Erdboden versunken? Ich bin mir sicher, dass es da einige Momente gegeben hat und nun, wo es darauf ankommt, fällt mir nichts ein. Eigentlich ganz gut, das heißt ja, dass es mich nicht nachhaltig negativ beeinflusst hat.

144: Welches Lied macht dir immer gute Laune? Da gibt es kein spezielles Lied, das immer gute Laune macht, vielmehr wechselt das von Situation zu Situation.

146: Gibt es eine ungewöhnliche Kombination beim Essen, die du richtig gerne magst? Salzig und süß ist wahrscheinlich gar nicht so ungewohnt, aber ich habe eine Zeit lang gern Salzstangen mit Nussnougatcreme gegessen.

147:Was tust du, wenn du in einer Schlange warten musst? Meine Umgebung beobachten. Beim Einkaufen schaue ich auch gern, was die Menschen vor mir einkaufen.

148:Wo siehst du besser aus: im Spiegel oder auf Fotos? Im Spiegel, auf Fotos gefalle ich mir meistens nicht.

149: Entscheidest du dich eher für weniger Kalorien oder mehr Sport? Für ein ausgeglichenes Mittelmaß, ich bin weder ein Freund vom Hungern noch von Extremsport. Alles sollte in Maßen genossen werden und so muss auch die Mischung aus Ernährung und Sport passen.

150: Führst du oft Selbstgespräche? Nein.

151: Wofür wärst du gern berühmt? Für meine Gelassenheit und meinen ungebrochenen Ehrgeiz in allen Bereichen.

152: Wie fühlt es sich an, abgewiesen zu werden? Schmerzhaft.

153: Wen würdest du gerne besser kennenlernen? Wenn ich interessante Menschen treffe, bei denen ich davon ausgehe, dass wir in irgendeiner Weise auf einer Wellenlänge sind, lernen wir uns bei dem ein oder anderen Kaffee einfach kennen.

154: Duftest du immer gut? Nein, gibt es Menschen, die immer gut duften?

155: Wie viele Bücher liest du pro Jahr? In den letzten zwei Jahren habe ich wirklich wenig gelesen. Für dieses Jahr habe ich mir das realistische Ziel gesetzt, jeden Monat ein Buch zu lesen.

156: Googelst du dich selbst? Hin und wieder tue ich das tatsächlich.

157: Welches historische Ereignis hättest du gern mit eigenen Augen gesehen? Ganz spontan fällt mir der Mauerfall ein. Ich war einfach noch zu klein und auch räumlich zu weit weg vom Geschehen, um die Atmosphäre mitzuerleben. Hier in Berlin treffe ich jedoch so oft auf ganz wunderbare aber auch traurige Geschichten, dass ich zwar auf der einen Seite froh bin, die Unsicherheit dieser Zeit nicht gespürt zu haben, mich aber für einen begrenzten Zeitraum zurück in diese Zeit versetzen würde, wenn es möglich wäre.

158: Könntest du mit deinen Freundinnen zusammenwohnen? Nein, ich bin diesbezüglich einfach nicht bereit, mich aus meiner Komfort-Zone hinaus zu bewegen und unbekanntes Chaos in meinen vier Wänden zu haben.

159: Sprichst du mit Gegenständen? Bewusst ist mir das noch nicht passiert.

160: Was ist dein größtes Defizit? Meine Ungeduld, die ich zwar nicht immer nach außen trage, die mich aber innerlich oft im Kreis rennen lässt.

161: Bist du eher ein Hundetyp oder ein Katzentyp? Ich finde Hunde toll, würde mich aber nur für einen Hund entscheiden, weil man mit ihm flexibler auf Reisen ist. Eigentlich bin ich eher ein Katzentyp.

162: Wie zeigst du, dass du jemanden nett findest? Ich bin da, ich höre zu, bin präsent und suche Kontakt.

163: Isst du eher, weil du Hunger hast oder Appetit? Das ist definitiv ein Manko, ich essen häufig nur weil ich Appetit habe.

164: Tanzt du manchmal vor dem Spiegel? Obwohl ich finde, jeder sollte vor dem Spiegel tanzen, muss ich zugeben, dass ich es selber nicht tue. Ich werde also in dieser Woche mal vor dem Spiegel tanzen.

165: In welcher Hinsicht bist du anders als andere Menschen? Die Frage könnte wohl auch heißen „was macht dich einzigartig?“ Puh! Ich könnte jetzt ausholen und einen Monolog darüber halten, dass jeder Mensch einzigartig ist, weil die konkrete Kombination aus Fähigkeiten und Charakterzügen einen Menschen ausmacht, aber das beantwortet die Frage auch nicht so richtig. Oder vielleicht ja doch!

166: Welchen Jugendfilm würdest du Kindern empfehlen? Dinge es um ein Buch, würde ich „Momo“ und „Die unendliche Geschichte“ nennen. Mein Filmgedächtnis ist leider so schlecht, dass mir hier nur mein Lieblingsfilm aus Kindertagen einfällt… „Das letzte Einhorn“

167: Bleibst du auf Partys bis zum Schluss? Nein, ich weiß, wann es Zeit ist zu gehen und das ist bei mir meistens nie erst das Ende der Party.

168: Welchen Song hast du in letzter Zeit am liebsten gehört? „Sons and Daughters“ von Allman Brown, außerdem höre ich gerade gerne Dermot Kennedy

169: Bereitest du dich auf bestimmte Telefongespräche vor? Nein.

170: Wann hast du zuletzt vor jemand anderem geweint? Vor circa zwei Wochen.

171: Mit wem verbringst du am liebsten einen freien Tag? Mit meiner Schwester. Wir sehen uns nicht oft, sie gehört aber zu den wenigen Menschen, mit denen ich mich schweigend verstehe. Wir können lange bei einem Kaffee oder Glas Wein zusammen sitzen, gemeinsam durch die Gegend streifen, aber auch einfach schweigend gemeinsam Zeit verbringen.

172: Was war der beste Rat, den du jemals bekommen hast? „Du musst dir etwas erlauben.“ Das sagte mir eine Freundin, als ich ihr von meiner Zerrissenheit erzählte, auf der einen Seite alles für die Familie tun zu wollen, mir aber auf der anderen Seite auch Zeit zum Kraft tanken für mich nehmen zu wollen.

173: Was fällt dir ein, wenn du an den Sommer denkst? Meer, kilometerlanger Sandstrand, barfuß.

174: Wie duftet dein Lieblingsparfüm? Ich komme gerade nicht auf den Namen und bin zu faul aufzustehen, ich habe zwei Lieblingsdüfte, die beide blumig sind. Einer etwas schwerer für die dunklen Jahreszeiten und einer frisch für Frühling und Sommer.

175: Welche Kritik hat dich am stärksten getroffen? Ich versuche Kritik per se etwas Positives zu entnehmen, weil ich nur die Chance habe, etwas zu ändern, wenn ich es entweder selbst erkenne oder aber eben darauf hingewiesen werde. Wird Kritik jedoch unsachlich verpackt und löst bei mir den Eindruck eines persönlichen Angriffs aus, so trifft mich dies schon.

176: Wie findest du dein Aussehen? Ich bin zufrieden mit mir.

177: Gehst du mit dir selbst freundlich um? Nicht immer, weil ich es noch immer nicht schaffe wirklich jedes Mal rechtzeitig eine Pause für mich einzulegen, aber es ist schon viel besser geworden und der Prozess eines achtsameren Umgangs mit mir geht weiter.

178: Würdest du dich einer Schönheitsoperation unterziehen? Nein, erstens wegen der Antwort zu Nummer 176 und zweitens, weil ich viel zu viel Angst vor einem solchen Eingriff hätte.

179: Welchen Film hast du mindestens fünf Mal gesehen? Auch wenn ich damit ein Klischee erfülle: Dirty Dancing

180: Füllst du gerne Tests aus? Nein, ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal einen ausgefüllt habe.

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